Zum Jahresauftakt habe ich mich mit meiner Fotokamera für einen guten Monat auf den Weg in meine alte Wahlheimat Indien gemacht. Dieses schrecklich schöne Land, in dem ich zwei intensive Jahre meines Lebens verbracht habe, zieht mich immer wieder aufs Neue in seinen Bann, indem es mir neue Welten offenbart, mich lehrt, erinnert, mahnt, mich machmal auch massiv abstößt, aber nur, um mich im nächsten Augenblick wieder an die Liebe zu erinnern.

Nach einer wunderschönen Woche unter alten Freunden in Mumbai hat es mich diesmal zu den Munda- und Khariastämmen in die abgelegenen Dschungeldörfer Jharkhands gezogen. Die Menschen leben dort abgeschottet von der Außenwelt. Nur ab und zu bekommen sie Besuch von den Guerrillabanden der Naxals, die sie dann auffordern, eine Ziege oder ein paar Hühner zu schlachten. Nach diesem Abenteuer ging es weiter nach Kalkutta, sowohl in die Slums Howrahs, als auch in den Süden der Stadt, der wie aus der Zeit gefallen scheint. Dankbar und beseelt bin ich nun wieder nach Berlin zurückgekehrt, mit unzähligen Fotos im Gepäck, die ich in den nächsten Wochen zu Geschichten zusammenstellen werde.